Haus P - Aachen

Haus P Alt Text
Bauzeit: 2008-2009
Baufläche : ca. 160 m2
Auszeichnung: Exkursion Holzbau - Baukonstruktion / FH Aachen / Prof. Dipl. Ing. van Bunningen


Statik: Dipl. Bauing. Johan Wessel, Aachen
Bauphysik: Dipl. Bauing. Johan Wessel, Aachen
Architekt: Dipl. Ing. Arch. Manfred Holzhüter, Aachen

Vermutlich als wohngenossenschaftliches Siedlungsprojekt wurde das Gebiet um die Arnoldstrasse / Landdrostenstrasse  Anfang der 50er erschlossen. Hier wurde das Konzept 1,5 geschossiger Doppelhäuser mit orthogonal dazu verlaufenden Nebenerwerbsgebäuden umgesetzt, welche im rückwärtigen Bereich über ein großes Gartengrundstück verfügen. Alle vorhandenen Gebäude wurden im Laufe der Zeit umgebaut bzw. erweitert, sodass die ursprüngliche Siedlungsstruktur kaum mehr erkennbar ist.

Das Haus P wurde als Erweiterung gebaut, jedoch als eigenständige Wohneinheit und bildet somit, mit dem Bestand, eine Reihenhausstruktur. Es nimmt zur Strassenseite die Dachform sowie die 1,5 Geschossigkeit des Gebäudeensembles auf. Im rückwärtigen Bereich wird das Satteldach jedoch als Pultdach gestaltet, aus dem sich ein kubischer Baukörper in den Garten entwickelt. Dieser wurde als Putzbau gestaltet, wohingegen das gesamte Gebäude mit Lärchenholz verschalt wurde.

Es wurde bewusst, die schon gängige Überformungen des Siedlungsgebietes neu interpretiert und der Holzbau selbstbewusst in seiner Geometrie in das Strassenbild integriert. Das Gebäude bietet im Erdgeschoss eine transparente Sichtbeziehung zwischen Strasse und Garten.

Im Inneren wurden die Räumlichkeiten im Erdgeschoss offen gestaltet. Die, zentrale eingefügte gradläufige Treppe, trennt als Objekt Wohnraum und Küche.

Über das im Pultdach eingefügte Lichtband, wird sowohl der Flur im Obergeschoss, als auch die Treppe im Erdgeschoss natürlich belichtet. Im Obergeschoss befinden sich drei Schlafräume, ein Arbeitsraum sowie ein Badezimmer .

Das Gebäude wurde in seiner Gebäudestruktur mit einem Holzrahmenbauweise-Rastermaß 90 x 90 cm errichtet. Die Zwischengefache der Holzbalkendecke aus BSH wurde mit Estrich gefüllt. Es wurde ein Holzdielenboden schwimmend verlegt. 

Das Gebäude wurde mittels einer Mineraldämmung (24 cm) zwischen den Ständern und Sparren gedämmt. Die Innenseiten der Aussenwände wurden zusätzlich mit einer 4cm starken Mineralwolle versehen. Eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung dient der Unterstützung der  Holzpellet-Anlage. Diese, mit einem Pufferspeicher vorgesehen, ist an  zwei weitere Häuser angebunden. 

Wandkonstruktion: Holzrahmenbauweise

Deckenkonstruktien: Holzbalkendecke mit Blindboden / KVH / Estrichfüllung

Dachaufbauten: Sparrendach KVH / BSH / Holzwolleleichtbauplatten

Aussenwanddämmung: Mineralwolle mit Mineralischen Kratzputz / Mineralwolle / Lärchenholzschalung 

Böden: Schwimmender Holzboden Fichte / Estrichboden / Fliesenbelag

Heizung: Holzpellet mit Solaranlage

Atmosphärische Lebensräume schaffen.

© Holzhüter 2016